„Sie zeigen Talent beim feilen, sägen & bohren“, lautet das Urteil von Heribert Frank, Meister Metallbearbeitung, über die Handwerkskünste der bayer. Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel (FDP) beim Besuch der neuen Metallwerkstatt der Kolping Akademie
„Ich bin in handwerklichen Dingen wirklich ungeschickt“, warnte Katja Hessel die Auszubildenden in der neuen Metallwerksatt der Kolping Akademie vor – was keinesfalls nötig gewesen wäre. Nach einer kurzen Einweisung von Meister Heribert Frank nahm sie selbst Metallsäge und Bohrmaschine in die Hand und lies es auf ein paar Versuche ankommen – mit Erfolg.
Die Ausstattung dieser Räumlichkeiten wurde durch Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz des Bundes und des Freistaates Bayern (Konjunkturpaket II) gefördert. Staatssekretärin Hessel, die im vergangenen August 2009 den Förderbescheid überbracht hatte, wollte sich jetzt zusammen mit Ludwig Schmid, Vorsitzender des Kolping-Bildungswerkes, und Josef Paul, Sprecher der Geschäftsführung, über die Verwendung dieser Gelder informieren.
Mädchen im Männerberuf
Dabei suchte sie auch das Gespräch mit zahlreichen Lehrgangsteilnehmern, darunter die 16-jährige Maria Köninger aus Altenmünster, die sich in der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme Metall auf ihr Berufsziel „Elektroniker“ vorbereitet. Als Mädchen in einem „Männerberuf“ schlägt sie sich durchaus gut. Mit viel Geschick und handwerklichen Fertigkeiten demonstrierte sie ihre Begabung an der großen Bohrmaschine, zeigte ihre Fähigkeiten in der Feilkunst und begeisterte dabei die Wirtschaftsstaatssekretärin und alle männlichen Anwesenden.
Hauptschüler haben eine Chance
Bei einer vorausgehenden Diskussionsrunde konnten Auszubildende der Kolping Akademie persönliche Fragen an Katja Hessel richten. Dabei stand vor allem die Besorgnis der Schüler um die Zukunft des Modells "Hauptschule" im Vordergrund. „Wir brauchen ein Umdenken in der Gesellschaft, denn auch in Zukunft benötigen wir solide ausgebildete Handwerker und das geht nur über die Hauptschule.“, erklärte Hessel. Wichtige Voraussetzungen seien daher einerseits, Wirtschaftswissen und Handwerkskunst verstärkt im Schulunterricht zu verwurzeln. Andererseits müssten die Jugendlichen bereit sein, lebenslang zu lernen. Nur so könnten die Schülerinnen und Schüler auf den Beruf und ihre Zukunft vorbereitet und auch dem drohenden Facharbeitermangel begegnet werden. Eine umfangreiche Bildung sei der Schlüssel zum beruflichen Erfolg und zur Selbstständigkeit.